Modulkasten

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Allgemeines

Grundüberlegung war, Module zu entwerfen, die einfach zu bauen sind und dennoch stabil sind, die wenig Transportvolumen benötigen und dennoch genug Platz für eine anspruchsvolle Gestaltung lassen.

  • Die Standardlänge der Modulkästen ist 90 cm. Diese Länge wurde gewählt, weil sie in nahezu jedem Auto quer in den Kofferraum zwischen die Hinterräder passt.
  • Die Standardbreite - zumindest an den Modulenden - ist 35 cm.
  • Die Standardhöhe ist - bei 12mm-Holz - 7,2 cm.
  • Es ist empfehlenswert, immer zwei Module zu bauen, die dann als "Doppeldecker" transportiert werden können.
  • Das Kopfprofil ist flach, bildet aber die vorbildtypischen Entwässerungsgräben rechts und links der Stecke nach. Die Geometrie basiert auf "LENZ & Co": Der Bau und die Betriebseinrichtungen der Kleinbahnen". Hier gibt es die Zeichnung dazu: Kopfprofil-Zeichnung
  • Es gibt zwei mögliche Variationen des flachen Kopfprofils: Dammprofil und Einschnitt. Diese bitte jedoch nur nach Absprache und mit entsprechenden Übergangsmodulen bauen.
  • Das Gleis liegt asymmetrisch auf dem Modul - auf der einen Seite sind es 15 cm, auf der anderen Seite 20 cm von der Gleismitte bis zum Modulrand; diese asymmetrische Gleislage gibt genug Raum für die Landschaftsgestaltung.
  • Die Bohrungen für die Modulverbindung haben 10 mm Durchmesser, die verwendeten (Flügel-)Schrauben sind M 8; so bleibt immer genug Spiel, die Module exakt auszurichten. Zu den Schrauben gehören zwingend große Unterlegscheiben, um den Anpressdruck auf eine größere Fläche zu verteilen und Schäden am Modul zu verhindern.
  • Die Längsseiten des Moduls werden gestrichen.
  • Die Stirnseiten des Moduls werden nicht gestrichen, weil diese Farbschicht zum Verkleben mit dem Nachbarmodul neigt. Es genügt, nur einen Streifen an den Ecken zu streichen, damit hier kein Holz zu sehen ist.
  • Jedes Modul braucht Beine, die höhenverstellbar sein müssen. Hier ist es gut, dass der wohl weltgrößte Köttbullar-Vertrieb auch Regalstützen im Angebot hat. Lösungen für die Höhenverstellbarkeit bietet der nächste Baumarkt.

Bau des Kastens

Der Modulkasten ist wirklich ein Kasten - zumindest bei den flachen Modulen, die üblicherweise gebaut werden. Für die Stirnseiten ist kein besonders geformtes Brett erforderlich. Das Stirnprofil ergibt sich später durch das Trassenbrett und Holzleistchen.

Der Kasten wird aus den exakt zugesägten Brettern (12 mm Birkensperrholz ist ideal) exakt winklig zusammengeleimt und -geschraubt. Wer hier keine Erfahrungen hat schließt sich am besten der nächsten Modulbauaktion an, damit der Modulkasten auch wirklich brauchbar ist.

Zuerst wird am Deckbrett eine Seitenwange angebracht:

Modulkastenbau

Dann folgt die mittlere Querstrebe:

Modulkastenbau

Nun folgt die andere Seitenwange:

Modulkastenbau

Zum Schluss folgen die Stirnbretter - zumindest bei einem geraden Modul:

Modulkastenbau

Bei sauber zugeschnittenen Einzelbrettern und exakter Arbeit finden sich am Modulkasten nun überall rechte Winkel. Sollte das nicht der Fall sein, muss mit einigem Aufwand und einer Schleifmaschine an den Stirnseiten für Winkeligkeit gesorgt werden, sonst gibt es später beim Arrangementaufbau Probleme. Um das zu vermeiden lässt diese Modulbauweise noch eine elegante Option zu: Das Modul wird mit leichtem Übermaß aufgebaut. Nachdem die Längsseiten und die Querstrebe verbaut sind, geht es zum Schreiner, der mit einer großen Säge die Stirnseiten exakt rechtwinklig zusägen kann - und erst dann werden die Stirnbretter befestigt.

Dies kann auch sehr praktisch sein, wenn Bogenmodule gebaut werden: Der Rohbau ohne die Stirnbretter wird auf der großen Säge an den Stirnseiten im gewünschten Winkel zugesägt, erst dann werden die Stirnbretter befestigt. Das erspart aufwändige Rechnungen und Sägungen, um alles im gewünschten Winkel passend zu haben.

Möglicherweise sind auf der Unterseite Verstärkungen erforderlich, z.B. wenn die Festigkeit durch ein ausgesägtes Bachbett beeinträchtigt wird; hier wurden drei Kanthölzer auf der Unterseite angebracht und verleimt und verschraubt, der Bach wurde dann aus dem Hartschaum herausgearbeitet:

Modulkastenverstärkung

Modulfüße

(Weiter im Norden würde man wohl "Modulbeine" sagen, aber hier im Süden beginnen die Füße bekanntlich direkt unterhalb der Hüfte.)

Variante IVAR

Der Kasten braucht natürlich auch Füße, damit die Schienenoberkante die FREMO-Vorgabe von 1300 mm über dem Fußboden erfüllt. Sehr gut geeignet sind dazu die Regalstützen IVAR vom weltgrößten Kötbullar-Vertrieb. Zusammen mit höhenverstellbaren Schraubfüßen und der Dicke des Modulkastenbrettes kommt man damit problemlos auf die 1300 mm und hat um diese Höhe herum auch noch Spielraum in der Verstellbarkeit. In letzter Zeit scheint jedoch die Qualität dieser Regalstützen deutlich abgenommen zu haben, die meisten sind krumm und schief, also komplett verzogen und daher kaum zu gebrauchen. Bei der Auswahl ist dringend auf unverzogene und gerade Stützen zu achten!

Einschlagmuttern sind für die Höhenverstellbarkeit ziemlich unbrauchbar, sie fallen nämlich nach kurzer Zeit von alleine heraus. Als sehr praktische Lösung hat sich diese Konstruktion bewährt (Hettich # 062 444, gesehen bei Hornbach und früher auch im Praktiker-Baumarkt):

Höhenverstellung

Vorteilhaft montiert man diese Höhenverstellung nicht wie auf der Packung abgebildet, sondern gedreht, dann steht nichts ab - selbstverständlich muss dafür im Bein ein Loch für die Verstellschraube gebohrt werden:

Höhenverstellung an Modulbeinen

Geschickt ist, dies auf die Innenseiten zu platzieren, dann bleibt man beim Laden und Stapeln mit dem Winkel und den Schraubenköpfen nirgends hängen. Wer ein Kunstwerk daraus machen möchte, der spart vor der Montage etwas Holz aus der Stütze in der Dicke des Metallwinkels aus, damit dieser bündig liegt.

Es können zwei solcher Regalstützen über ebenfalls damit erhältliche Metallkreuze miteinander verschraubt werden, der Modulkasten wird dann einfach lose aufgelegt. Lösungen mit Schrauben - welcher Art auch immer - zur Befestigung der Metallkreuze sind unpraktisch, da Auf- und Abbau viel zu viel Gefummel sind und viel zu viel Zeit brauchen. Eine tolle Idee dagegen ist die Befestigung mit Druckknöpfen:

Das sind die dafür benötigten Bauteile:

Druckknopfbefestigung des Stützkreuzes

Ein Teil des Druckknopfes wird am Stützkreuz befestigt:

Druckknopfbefestigung des Stützkreuzes

Die andere Seite kommt an die Regalbeine:

Druckknopfbefestigung des Stützkreuzes

Fertig zusammengedrückt sieht das dann so aus:

Druckknopfbefestigung des Stützkreuzes

Variante X-Hax'n

Diese Möglichkeit - beschrieben hier: http://www.fremo-sued.de/tippsundtricks/xhaxn.html - haben wir live in Pegnitz September 2013 begutachtet. Auf- und Abbau gehen wirklich sehr flott, das Transportvolumen ist faszinierend klein und die Standsicherheit kein Problem. Allerdings ist bei der H0fine-Kleinbahn der Modulkasten niedriger, mithin gibt es weniger führende Länge. Nach einem Test durch JBec haben wir uns dann doch für eine X-Haxn-Bauaktion entschieden, das Ergebnis sieht dann so aus:

Für die Halterungen im Modul benötigt man 4 Klötzchen pro Bein. Theoretisch könnte man sich zwei Stück sparen, wenn man die Modulstirnwand als Anschlag nimmt, dann kommen sich die Beine benachbarter Module aber sehr nahe. Außerdem kommt man dann schwerer an die Verbindungsschrauben dran. Zudem müssten dann die Eckversteifungen ganz entfallen.

Klotzhalterungen

Ablagebrett

Gleich welche Variante gwählt wird - bei Betriebsstellen ist eine Ablagemöglichkeit erforderlich, die vorteilhaft an den Modulbeinen befestigt wird. Das Telefon muss irgendwo abgestellt werden können und erfahrungsgemäß will man weitere Dinge dort ablegen.

LN-Buchsen

Bei Betriebsstellen ist es sinnvoll, LN-Buchsen im Modul vorzusehen. Vorteilhaft werden diese so eingebaut, dass nichts übersteht, das hilft, Transportschäden zu vermeiden. Die notwendige Aussparung kann mit Hilfe einer Schablone gefräst werden:

Aussparung für LN-Buchsen Aussparung für LN-Buchsen Aussparung für LN-Buchsen Aussparung für LN-Buchsen Aussparung für LN-Buchsen LN-Panel eingebaut LN-Panel eingebaut

Die Verkabelung innerhalb des Modules soll so erfolgen, dass die durchgehende LN-Leitung möglichst wenig Steckverbindungen hat. Die Panels, Buchsen und auch die Schablone gibt es hier: http://h0fine.de

Geländeprofil

An allen vier Seiten wird das Geländeprofil vorzugsweise mit Holz aufgebaut, das gibt Stabilität bei Transport und Aufbau. An den Stirnseiten werden dazu 3 mm starke Holzleistchen aufgeleimt. Zusammen mit dem Trassenbrett ergibt dies das Stirnprofil mit Entwässerungsgraben. An den Längsseiten können diese Leistchen bei ebener Landschaft ebenfalls verwendet werden, andernfalls wird das Profil aus Sperrholz gesägt und befestigt.

Geländeprofil aus Holz

Die Modulkante sollte schon einigermaßen stabil sein und ab einer gewissen Höhe ist ein Abstützung nach innen nicht verkehrt. Das verhindert zuverlässig Schäden bei Transport und Aufbau des Modules, wenn es auch mal auf der Seite liegt. Die Gestaltung des Geländes selber kann dann nach Belieben erfolgen: Auffüllen mit Styrodurplatten oder Ausschäumen mit Bauschaum oder Überziehen von Drahtgaze oder ...

Bohrungen

An den Stirnseiten sind Bohrungen für die Modulverbindungsschrauben erforderlich. Dazu wird die Kopfprofilschablone auf die Stirnseite sorgfältig ausgerichtet aufgeklebt. Damit hat man nicht nur das Maß für die Gleismitte, sondern kann auch direkt durch die Schablone die Bohrungen an den Stirnseiten setzen.

Geschickterweise werden nur drei Klebstoffpunkte gesetzt und zwar genau in den späteren Bohrungen. Nachdem dann noch die Gleisschablone aufgeklebt wurde kann die Kopfprofilseite entfernt werden, die Stirnseite wird sauber und rechtwinklig plangeschliffen.

Trassenbrett

Das Trassenbrett wird auf die Grundplatte des Moduls aufgeleimt. Abschrägungen an den Seiten sind nur an den Stirnseiten erforderlich, damit das Kopfprofil entsteht. Weitere Abschrägungen längs des Restes des Trassenbrettes sind aber nicht zwingend erforderlich, sie sparen allerdings später größere Mengen an Schotter ein; daher kann diese Schräge unmittelbar vor dem Schottern auch aus einem anderen Material (Kork, Schaumstoff, Balsaholz, Pappe, usw.) noch angebracht werden.

Bei Bogenmodulen ist es nicht erforderlich, mit viel Aufwand und viel Verschnitt gebogene Trassenbretter auszusägen. Es genügt, ein gerades Trassenbrett in kürzere Abschnitte zu zerteilen und die Kurve damit durch einen Polygonzug anzunähern. Da der Mindestradius zwei Meter beträgt, geht das ganz gut und ist nicht zu grob.

Entwässerungsgraben

Der neben dem Gleis verlaufende Entwässerungsgraben wird ganz einfach dadurch dargestellt, dass das Geländeniveau 3 mm über das Niveau des Grundbrettes hochgezogen wird. Dafür sorgen die 3 mm starken Holzleisten, die an den Stirnseiten aufgeklebt werden. Zusammen mit dem Trassenbrett entsteht dadurch der Entwässerungsgraben. Alternativ müsste mit der Oberfräse links und rechts vom Gleis der Graben aus der Deckplatte herausgefräst werden.

Geländestruktur

Das Gelände muss mit geeignetem Material aufgefüllt werden. Bei Flachland eignet sich z.B. Styroportapete oder Wellkarton, bei hügeligem Gelände ist Hartschaum die erste Wahl.

Geländeunterbau mit Hartschaum

Hartschaum kann problemlos mit Weißleim verklebt werden. Die Geländestruktur kann leicht mit einem Cuttermesser herausgearbeitet werden und das macht bei Hartschaum erheblich weniger Sauerei als bei Styropor. Unebenheiten, Löcher, Stufen (z.B. zu Wellkartonteilen) werden mit Spachtel eingeebnet. Dazu eignet sich sehr gut Fertigspachtel für den Innenraum, da kostet ein Kilogramm drei Euro irgendwas und das reicht ganz schön weit.

Gelände mit Spachtel und Papier

Rechts des Gleises ist hier alles schon gespachtelt. Für eine glatte und gleichmäßige Oberfläche, egal ob Hartschaum, Spachtel oder Wellkarton darunter ist, eignet sich gut eine Schicht Zeitungspapier, das in Schnipseln in ein bis zwei Lagen mit stark verdünntem Weißleim aufgebracht wird - wie links des Gleises zu sehen ist. Vor der Landschaftsgestaltung wird diese Oberfläche noch mit z.B. Abtönfarbe gestrichen, ob in braun oder grün ist eine Glaubensfrage.

Farbgebung

Vor dem Streichen der Seitenwände ist es sinnvoll, diese mit einer geeigneten Spachtelmasse zu spachteln, es gibt dort doch immer wieder kleinere Unebenheiten an den Stößen, evtl. Schraubenlöcher, usw. Nach dem Trocknen der Spachtelmasse alles schön glatt schleifen (z.B. mit einem Schwingschleifer) und dann erst streichen - das ergibt am Ende eine schöne und glatte Modulseitenwand.

Gespachtelte und geschliffene Modulaußenwand

Die Frage, mit welcher Farbe die Modulseitenwände gestrichen werden sollen, ist immer für eine Diskussion gut. Relativ leicht sind Farben zu identifizieren, die man nicht haben will - z.B. rosa. Dann jedoch beginnt es schwierig zu werden. Die Kleinbahn-Modulkästen werden farngrün (RAL 6025) gestrichen, diese schon seit längerem verwendete Farbgebung wurde nach verschiedenen Diskussionen auf dem Rübentreffen im Oktober 2010 auch für die Zukunft bestätigt.

Transport

Module lassen sich sehr geschickt als "Doppeldecker" (oder mehr) transportieren - dazu werden zwei Module gebaut, die spiegelsymmetrisch sind und dann Landschaft gegen Landschaft transportiert werden können. Dazu werden Transportbretter benötigt, die an den Modulen mit den normalen Modulverbindungsschrauben befestigt werden. Die besonders empfindlichen Seiten der Module zeigen damit nach innen, außen liegen die Modulunterseiten.

Eine Erweiterung ist möglich, indem die Transportbretter Überbreite erhalten und dann Führungsschienen für seitliche Schutzbretter, die einfach eingeschoben werden. Natürlich benötigen die Seitenbretter unten einen Anschlag, damit sie beim Tragen nicht nach unten herausfallen. Für komfortables Tragen erhalten die Transportbretter Trageschlaufen aus einem Seil.

Doppeldecker mit Seitenschutz Führung der seitlichen Schutzbretter

Damit sind die Module bei der Lagerung einigermaßen staubgeschützt und auch beim Transport muss man keine Angst haben, dass seitlich etwas in den Doppelpack stößt und die Landschaft beschädigt. Einen noch besseren Schutz bietet dann nur noch eine vollständig geschlossene Transportkiste.

Als Verfeinerung können dort, wo die Stirnseiten der Module an den Transportbrettern anliegen, Pappstreifen aufgeklebt werden. Damit hat das Modul etwas Abstand vom Transportbrett, insbesondere die Schienenprofile haben einige Millimeter Luft zum Transportbrett und das macht Beschädigungen der Schienen beim Ein- und Ausbau in die Transportbretter etwas unwahrscheinlicher.

Modul-Transportbretter mit Pappstreifen

Es müssen nicht unbedingt Doppeldecker sein: Für das einfachere Handling wurde ein urspünglicher Fünffachdecker in einen Dreifach- und einen Doppeldecker aufgeteilt. Damit man die beiden Packen zum Lagern und zum Transport im Auto sicher stapeln kann, wurden die Modultransportbretter des Dreifachdeckers oben mit je drei Zapfen (6 mm Durchmesser) versehen. Die Modultransportbretter des Doppeldeckers bekamen im Gegenzug unten je drei Löcher (7 mm). Wenn man die beiden Modulpacken jetzt stapelt, sind sie mit sechs Zapfenverbindungen recht sicher verbunden.

Modultransportbretter Modultransportbretterzapfen

Eine weitere mögliche Variante zum Stapeln von Doppeldeckern wäre das hier - das Zusatzbrettchen oben nimmt die Unterseite des nächsten Stapels auf:

Modulstapelstapel