Weinert-Weiche verfeinern

Aus Kleinbahnwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Navigation: Bauberichte Gleisbau

Die Weinert-Weichen sind ja schon sehr schön - für H0fine sind ein paar Verfeinerungen aber erforderlich bzw. wünschenswert. Dieser Baubericht zeigt, was zu tun ist.

Das "Mein Gleis"-System von Weinert wird im FREMO und so auch bei der H0fine-Gruppe oft verwendet. Die meisten Streckenmodule und Betriebsstellen, die in den letzten Jahren entstanden sind, wurden damit ausgerüstet. Auch ich habe mich entschieden, die Weichen für den Bahnhof Kelkheim auf Basis der Weinert-Weichen nach Vorbild der EW49 190 - 1:9 zu verwenden. Um die Weinert-Weichen H0fine-tauglich zu machen und weiter zu verbessern, müssen einige Anpassungen erfolgen. Der Lauf der Fahrzeuge durch die Weichen wird noch besser, wenn man die Rillenweite am Herzstück und den Radlenkern auf 0,9 mm bis 1,0 mm reduziert. Der Umbau ist relativ einfach zu bewerkstelligen: Die Flügelschienen werden aus Code 75-Schienenprofil von Weinert neu angefertigt, so dass der "Knick" näher an die Herszstückspitze rückt. Bei den Radlenkern müssen die Schienenstühle auf der Rückseite der Radlenker etwas gekürzt werden, ebenso wie am Fuß auf der Rückseite etwas Material wegzunehmen ist, damit die Radlenker näher an die Backenschiene rücken können. Dort werden sie mit der gewünschten Rillenweite mit Sekundenkleber neu fixiert.

Weinert-Weiche verfeinert

Auf der dem Herzstück gegenüberliegenden Seite kann das Aussehen ebenfalls näher ans Vorbild angepasst werden. So haben mir die zu hohen Schienenprofile der Zungenspitze und die Ausfräsung in den Backenschienen nicht gefallen; dieser Bereich sieht bei den Modellwerk-Weichen in meinem Bahnhof schon besser aus. Auch die Stellstange ist überdimensioniert. Deshalb habe ich vom Weinert-Zungenprofil im vorderen Bereich 0,5 mm vom Zungenfuß abgefräst. Ich habe mir ein entsprechend dimenioniertes 0,6er-Messingblech angefertigt, das ich zwischen die Backen des Schraubstocks stelle und das zur Oberkante der Backen nur noch 0,5 mm Abstand hat. Darauf lege ich das Zungenprofil kopfüber und spanne es so parallel zur Oberkante der Backen ein. Da das Zungenprofil spitz zuläuft, braucht es dann noch eine Beilage, damit auch die Spitzen fixiert werden. Dazu verwende ich einen 1x1 mm^2-Polystyrolstreifen, den ich mit einer Klinge auf 0,8 x 0,8 mm^2 geschwächt und in eine Keilform gebracht habe. Beim Spannen hat man eigentlich wieder eine Hand zu wenig, aber mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl ist das Zungenprofil nachher gerade und fest gespannt im Schraubstock, so dass beim Fräsen nichts "flattert".

Dann wurden an dieser Stelle geätzte Zungenfüße von Udo Böhnlein untergelötet. Die Gleitplatten habe ich mit 0,25 mm Polystyrol-Streifen ausgefüttert, auf denen die niedrigeren Zungenprofile nun aufliegen. Die filigranere Stellstange habe ich aus 1x1 mm^2 Messingprofil so zurecht gefräst, dass ich die Verbindungsmuffe, die der Bahnsinn-Shop seinerzeit als Messinggussteil anbot, passend einlöten konnte. Die Stärke beträgt nun nur wenig mehr als 0,5 mm. Oben aufgelötete Pertinaxstreifen verhindern einen Kurzschluss mit den Backenschienen und Zungen.

Weinert-Weiche verfeinert

Da einige Weichen im Bahnhof Kelkheim verschlossen sind, müssen die Zungen auch mit Riegelstangen ausgestattet werden, die im Riegelhandschloss blockiert werden und so ein Umstellen der Weiche verhindern. Die Riegelstangen bestehen aus 0,4 mm-Messingdraht, die mit dem Flansch am Zungenprofil aus entsprechend gebogenen 0,2 mm-Messingblechstreifen verlötet sind. Sie werden von 0,3 mm-Bolzen im Zungenprofil gehalten. Das ist eine echte "Fuddelei" gewesen.

Weinert-Weiche verfeinert

Weiter geht es: Dafür habe ich die sog. "Riegelschlossstangen" neu angefertigt, die beim Vorbild dazu dienen, die Weiche mittels eines Riegelschlosses zu verschließen. Diese Weiche war auch im Bahnhof Kelkheim mit einem Riegelschloss gesichert. Entsprechende Ätzteile hatte der Bahnsinn-Shop mal als Bestandteil eines Ätzblechs für einen funktionsfähigen (!) Klammerspitzenverschluss entwickelt. Glücklicherweise hat Udo Böhnlein dieses Ätzblech noch im Angebot, so dass eine aufwändige Einzelanfertigung unterbleiben konnte:

Weinert-Weiche verfeinert

Die fertigen Riegelschlosstangen werden zusammen mit der Andeutung des Klammerspitzenverschlusses montiert, wobei die Herausforderung ist, keinen Kurzschluss zu fabrizieren, und klemmen darf am Ende natürlich auch nichts. Eine Probemontage sieht dann wie folgt aus:

Weinert-Weiche verfeinert

Es sind noch einige Nacharbeiten nötig, denn die Pertinaxplättchen nehmen den Riegelschlossstangen noch zu viel Platz weg. Der Stelldraht des Weichenantriebs wird an der Stellstange des Klammerspitzenverschlusses angreifen, die Riegelschlossstangen werden von den Zungen mitgenommen. Die ganze Mimik ist genauso leichtgängig wie mit der Weinert-Stellstange. Ich bin zufrieden. Hier nun eine fertig bearbeitete Stellstange:

Weinert-Weiche verfeinert

Im nächsten Schritt muss ich jetzt die Platzierung des Weichenstellbocks mit Weichenlaterne und Antrieb vornehmen, damit die Endmontage und der Einbau ins Modul erfolgen können.

(BKam)