Güterverkehr

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Einführung

Von besonderem Interesse ist der Güterverkehr. Typisch ist die Zufuhr am Vormittag und die Abfuhr am Nachmittag bzw. Abend. Am Vormittag startet also ein Güterzung am Staatsbahnhof (der großen weiten Welt, typischerweise meist ein Schattenbahnhof) mit einer größeren Wagenzahl und fährt ins Land hinaus. Für praktisch jede Betriebsstelle wird etwas dabei sein. Das Zugpersonal muss also die Zufuhr vom Vortag beiseite stellen, idealerweise gleich optimal platziert für die Abfuhr, und dann die Zufuhr an den Ladestellen zustellen. Am Ziel angekommen ist der Zug ziemlich geschrumpft und besteht nur noch aus den Wagen eben für den Zielbahnhof. Auf der Rückfahrt wird an jeder Betriebsstelle die bereit gestellte Abfuhr mitgenommen, der Zug von Betriebsstelle zu Betriebsstelle dadurch immer länger, bis er wieder im Schattenbahnhof ankommt.

Bei einem vorbildentsprechenden Betrieb werden nicht willkürlich Wagen durch die Gegend gefahren und irgendwo abgestellt, sondern es werden konkrete Transportaufgaben abgearbeitet. Gehandhabt wird dies durch Wagenkarten für jeden Güterwagen und dort einsteckbare Frachtzettel.

Zugbildung

Güterzüge fahren, weil konkrete Frachtaufträge vorliegen. Diese bestehen hier aus sogenannten Frachtzetteln:

Frachtzettel

Frachtzettel enthalten als Information vor allem: Versandbahnhof, Zielbahnhof, Ladegut, erforderlicher Wagentyp. Für jede Betriebsstelle gibt es Frachtzettel. Bei der Zugbildung im Schattenbahnhof werden diese wie ein Los aus dem Vorrat gezogen, dazu wird der geeignete Wagen vom Wagentisch genommen und der Zug im Schattenbahnhof nach und nach damit gebildet. Dies erfolgt gemäß den Zugbildungsvorschriften. Die Zugbildungsvorschrift gibt an, aus wievielen Wagen der Zug maximal bestehen darf, wieviele Wagen pro Betriebsstelle maximal eingestellt werden dürfen, in welcher Reihenfolge die Wagen für die einzelnen Betriebsstellen im Zug folgen müssen, usw. Zunächst steht noch bei jedem Wagen seine Wagenkarte mit Frachtzettel:

Güterwagen mit Wagenkarte Güterwagen mit Wagenkarte

Der Frachtzettel des linken Wagens besagt, dass er mit seiner Holzladung in Kelkheim an die Ladestraße zu stellen ist, der Frachtzettel des rechten Wagens besagt, dass er mit seiner Koksladung in Brauxel zum Brennstoffhändler gebracht werden muss. Analog können auch Leerwagen zur Beladung zugestellt werden. Typisch für den FREMO-Betrieb ist, dass das Ladegut herausnehmbar ist, nur so ist ein Wagen tatsächlich beladbar und entladbar und auch für unterschiedliche Frachten verwendbar. In Kauf genommen wird dafür eine manchmal unzureichende oder fehlende Ladungssicherung, wie die Holzladung im Rungenwagen zeigt.

Nutzung

Das Zugpersonal eines Zuges nimmt alle Wagenkarten mit und sorgt unterwegs dafür, dass die Wagen an das richtige Ziel gelangen. Hinzu kommt, dass üblicherweise an jeder Betriebsstelle auch Wagen stehen, die abgefahren werden müssen. Auf der Hinfahrt müssen daher häufig erst die Ladestellen von abzufahrenden Wagen geräumt werden, bevor die neuen Wagen zugestellt werden können. Gleichzeitig sind die abzufahrenden Wagen so zu stellen, dass sie auf dem Rückweg möglichst einfach mitgenommen werden können.

Nach einer gewissen Zeit gilt ein Wagen als entladen bzw. beladen. Bei westdeutschen Bahnunternehmen war die übliche Wagenstandszeit einen Tag, bei der ostdeutschen DR meist deutlich kürzer. Somit werden bei einem westdeutschen Vorbild die Frachtzettel zwischen zwei Fahrplänen gedreht, bei einem ostdeutschen Vorbild auch durchaus während eines laufenden Fahrplanes. Entweder enthält die Rückseite des gedrehten Frachtzettels nun einen neuen Transportauftrag, oder er ist einfach leer, was bedeutet, der Wagen ist zum Schattenbahnhof abzufahren.

Praktischerweise haben die Betriebsstellen Halterungen für die Wagenkarten mit Frachtzettel, am besten beschriftet mit Eingang und Ausgang. In das Eingangsfach kommen die Wagenkarten frisch zugestellter Wagen, in das Ausgangsfach kommen die Wagenkarten, nachdem ihre Frachtzettel gedreht wurden. Jede Zugmannschaft prüft, ob sie Wagen von einer Betriebsstelle mitzunehmen hat; Informationen dazu finden sich im Dienstplan und in der Zugbildungsvorschrift.

Ladegüter

Allgemeines

Bei gedeckten Wagen ist das alles ganz einfach - man denkt sich das Ladegut aus und fertig. Bei offenen Wagen ist das etwas aufwändiger, weil das Ladegut ja tatsächlich vorhanden sein muss. Selbstverständlich muss das Ladegut zur dargestellten Situation passen - und bei der Kleinbahn im ländlichen Raum wird man eher keine Schwerindustrie mit Hochofen finden.

Beim Schattenbahnhof, wo ja die Züge gebildet werden, liegen die erforderlichen Ladeguteinsätze bereit:

Ladeguteinsätze

Auch an den Betriebsstellen, die etwas verladen, müssen die erforderlichen Ladeguteinsätze parat liegen.

Ladeguteinsätze

Schüttgüter

Schüttgüter können in loser Schüttung manuell in die O-Wagen gefüllt und auch wieder entleert werden. Das wird in der Kleinbahngruppe häufig bei Zuckerrüben so gehandhabt.

Mag man das nicht, dann sind Einsätze für die Wagen erforderlich; Grundlage ist meist ein Klotz aus (Balsa-)Holz oder Hartschaum, auf dem dann als Deckschicht das gewünschte Schüttgut festgeklebt ist. Die Einsätze sollten an den Enden abgeschrägt sein, damit durch Druck auf das eine Ende der Ladung das andere Ende so weit aus dem Wagenkasten kommt, dass man es greifen und entnehmen kann - man möchte ja nicht an jeder Betriebsstelle zur Entladung den ganzen Wagen vom Gleis nehmen müssen. Zu bedenken ist auch, welche Dichte die Ladegüter haben, bei geringer Dichte kann der Wagen bis zur Oberkante gefüllt sein, bei hoher Dichte (z.B. Schrott) mag halbvoll schon die Lastgrenze erreichen.

Die verschiedenen O-Wagentypen haben unterschiedliche Ladelängen, daher sollte man ein- und dasselbe Ladegut in verschieden langen Einsätzen vorrätig haben, da bei der Stellung eines O-Wagens durchaus unterschiedliche Wagen an der Ladestelle auftauchen können - und es sieht nicht gut aus, wenn der Ladeguteinsatz nicht passt.

Nicht zu vergessen ist, die Ladeguteinsätze mit dem Eigentumsmerkmal zu kennzeichnen, das kann das FREMO-Namenskürzel sein, das kann der eigene Farbcode sein.

Holz

Stammholz kann bei Rungenwagen einfach lose eingelegt werden - es fehlt dann allerdings jedwede Darstellung einer Ladungssicherung. Alternativ können auch einige Stämme zusammengeleimt werden, darum dann Bänder und Ketten und diess Paket wird dann auf den Wagen gelegt. Die Ladungssicherung ist dann angedeutet, aber nicht korrekt, da sie ja keine Verbindung zum Wagen hat. Das ist ein Kompromiss, der eingegangen werden muss, wenn man einen realitätsnahen Gütertransport darstellen will - da müssen die Wagen halt mal leer und mal beladen sein.

Schwartenbündel können analog zu Stammholz behandelt werden.

Verschiedene Informationen

  • RAL-Farben für Stahlfässer: 1002, 3011,, 3013, 5010, 5013, 5015, 5017, 6005, 6010, 7035, 7037, 7038, 9003, 9005

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