Signale

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Einführung

Neben den reinen Gleisanlagen sind Signale für einen sicheren Betrieb unverzichtbar. Auf Kleinbahnen mit Zugleitbetrieb sind dies meist nur Signaltafeln.


Signaltafeln

Einführung

Für die Signaltafeln gab es in den letzten Jahren viele Anbieter mit unterschiedlichster Ausführungsqualität angefangen von gedruckten Pappschildern die stumpf auf Drähtchen geklebt wurden bis zu hochfiligranen, kaum mehr lötbaren Ätzbausätzen mit Schiebebildern. Da nicht jeder die wohl nicht mehr erhältlichen Petau-Bausätze hat, wurde ein eigenes Signaltafelprogramm in Ätztechnik mit Schiebebildern entwickelt; die Tafeln sind hier zu bekommen: http://www.h0fine.de/

Signaltafeln (hier Trapeztafeln) im Rohbau

Neben Vorbildfotos Signaltafeln gibt es hier einige Beispiele wie die Signaltafeln in der Praxis wirken:

Geschwindigkeitsanzeiger Geschwindigkeitsanzeiger Anfangstafel

Pfeiftafel Rangierhalttafel Vorsignaltafel

Signaltafeln und ihre Verwendung

  • Trapeztafel
  • Geschwindigkeitsanzeiger
  • Läutetafel
  • Pfeiftafel

Zusammenbau der Signaltafeln

Masten für Signaltafeln

Runde Masten für Signaltafeln sind beim Vorbild selten. Üblich sind Profile (Gleis oder H, I, T-Profile) oder Betonpfosten aber auch Holzpfähle oder gar senkrecht stehende Schwellen. In die verwendeten Röhrchen mit 1,1 mm Innendurchmesser kann man sowohl Code 40-Schienenprofile als auch Nachbildungen von Betonposten (Vorbildabmessungen 9x9 cm = 1x1 mm im Modell) einstecken.

P- und L-Tafeln waren ab 1937 so aufgestellt, dass die Oberkante der Tafel 1,8 m (20,8 mm in H0) über der Schienenoberkante lag, ab 1954 waren es schon 1,9 m (21,8 mm in H0) und ab 1958 war die Unterkante der Tafel 1,5 m (17,2 mm in H0) über der Schienenoberkante.

Geschwindigkeitstafeln waren bis 1958 so aufgestellt, dass die Oberkante der Tafel 2,4 m (27,6 mm in H0) über der Schienenoberkante lag, ab 1958 war die Unterkante 1,5 m (17,2 mm in H0) über der Schienenoberkante.

Bei früh aufgestellten Tafeln sind also die P- und L-Tafeln deutlich niedriger als die Geschwindigkeitstafeln gewesen, später wurden die Höhen angeglichen.

Beschriften der Signaltafeln

Die Signaltafeln werden nach dem Lackieren (am Besten mit der Airbrush) mittels Schiebebilder beschriftet. Der obligatorische Weichmacher wird beim Trocknen zwar recht hart, es ist aber als Oberflächenschutz dennoch empfehlenswert, nach dem Austrocknen des Schiebebildes noch eine dünne Schicht Schutzlack aufzusprühen.

Da die Signaltafeln bei jedem Treffen neu gesteckt werden, ist auf eine solide Lackierung zu achten, sonst blitzt recht schnell das Metall durch. Daher empfiehlt sich sorgfältiges Entfetten, Grundieren mit Nitrolack (die Erfahrungen mit Acrylfarben sind hier bescheiden) und noch eine Schutzschicht Mattlack.

Position der Bohrungen für Signaltafeln

Um verschiedene Streckenverhältnisse Trapez-, Pfeif- (Bü) wie Geschwindigkeitstafeln (Lf) auf den Modulen anbringen zu können sollte alle 40 - 50 cm eine Einsteckmöglichkeit zur Verfügung stehen. Nur eine Steckmöglichkeit pro Modul kann im Bahnhofsumfeld schon zu wenig sein, da sich dort die Trapeztafeln und die bahnübergangsbedingten Lf- und Bü-Tafeln ballen.

Verwendet werden Röhrchen mit einem Innendurchmesser von 1,1 mm (Wandstärke ist beliebig), wie bei den Telegrafenmasten ca. 20 mm lang. Position aus der Gleisachse sollte sich im Bereich zwischen dem alten Gleismittenabstand von 2560 bzw. 2600 (= ca. 30 mm) und dem ab 1958 bei der DB gültigen Gleismittenabstand von 3100 mm (=35,6 mm im Modell). Der Abstand ist der Modulgestaltung anzupassen, ein Signal würde im Vorbild nie im Graben stehen.

Sehr schöne Volbildaufnahmen von der HzL zu diesem Thema liegen im Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Sigmaringen und sind online abrufbar:

Beim Standardmodul mit 90 cm Länge sind vier Röhrchen anzubringen - in der Mitte des Modules auf beiden Seiten des Gleises, an den Modulenden jeweils 3 cm vom Rand entfernt, in Fahrtrichtung auf der rechten Seite.

Röhrchen für Signaltafeln

Die Röhrchen stehen bewusst unten etwas über, damit man einen dünnen Draht hindurchstecken kann, wenn man es von oben im hohen Gras nicht finden sollte. Allerdings sind die Röhrchen gerade am Modulende, wo mit den Verbindungsschrauben hantiert wird, auch gefährdet dass sie abknicken oder verbiegen - daher wurden zum Schutz drei Schrauben darum herum angebracht.

Gesamtbohrplan für Streckenmodule

Hier gibt es einen Plan mit den Positionen und eine beispielhafte Signalisierung einer Bahnhofseinfahrt mit einem unübersichtlichen Bahnübergang:

Löcherplan für die Telegrafenmasten und Signaltafeln

Signalisierte Situation: Bahnhofseinfahrt mit Bahnübergang (BÜ). Der Bahnhof ist durch Trapeztafeln begrenzt. Der BÜ darf aus Übersichtlichkeitsgründen (Gebüsch) nur mit 20 km/h befahren werden. Deshalb werden 20 km/h im Bremswegabstand angekündigt. Die Geschwindigkeit muss an der Eckentafel erreicht sein. Zusätzlich muss auf Höhe der Pfeiftafel gepfiffen werden. Ab der Eckentafel darf mit Streckengeschwindigkeit (z.B. 50 km/h) weitergefahren werden.

Sollten in Modulmitte Signaltafeln für beide Fahrtrichtungen aufgestellt werden, dann sieht es gefälliger aus, wenn diese sich nicht exakt gegenüberstehen - daher bringt man die beiden Signaltafelröhrchen in Modulmitte vorteilhaft mit einem leichten Versatz von ein paar Zentimetern an.

Pläne und Zeichnungen finden sich auch im Downloadbereich, dort meist auch als PDF.

Transport

Die Signaltafeln werden gesondert zum Treffen transportiert und nach dem Aufbau dort eingesteckt, wo sie benötigt werden. Ein Transport in loser Schüttung ist dabei weniger zu empfehlen. Als sehr zweckmäßig haben sich kleine Holzkistchen herausgestellt, in denen sich die Signaltafeln geschützt transportieren und sehr schnell aufbauen und auch wieder aufräumen lassen.

Signale für die Kleinbahn

Einführung

Auf Kleinbahnen gibt es Einfahrsignale nur an wenigen Bahnhöfen, die meisten Bahnhöfe haben Trapeztafeln und an der Strecke stehen jede Menge Pfeif- und Läutetafeln. Telegrafenmasten entlang von Eisenbahnstrecken gehören zum Gesamtbild einer Kleinbahn und bringen steckbar ausgeführt ohne zusätzliches Transportvolumen die dritte Dimension in die Modulstrecke. Entsprechend sind die Kleinbahnmodule vorbereitet.

Die Trapeztafel des Bahnhofs von Vaihingen Stadt steht links und recht weiter vom Gleis entfernt. Foto: mhellm 15.1.2010

Um die Modulanlagen schnell aufbauen zu können und wegen der unterschiedlichen Kombinationen der Module untereinander ist es nicht sinnvoll Signaltafel- oder Signalstandorte fest oder erbauerindividuell auszuführen. Daher wurde ein System von Einsteckpunkten und Signalschächten entwickelt um möglichst flexibel die Bestückung des Arrangements vornehmen zu können.

Hauptsignale

Typischerweise haben auf Kleinbahnen nur die Bahnhöfe Einfahrsignale, in denen regelmäßig Zugkreuzungen stattfinden und gleichzeitig auch rangiert wird. Weiterhin sind oft Abzweigbahnhöfe und Anschlussbahnhöfe zur Staatsbahn mit Hauptsignalen gesichert. Ausfahrsignale sind nicht üblich, ebenso gibt es keine Vorsignale sondern Kreuztafeln oder allein stehende Vorsignaltafeln als Ankündigung eines Hauptsignals.

Trotz der bei Kleinbahnen geringeren Abstände zwischen Einfahrtsignal und erster Weiche können die Signale üblicherweise nicht in den Bahnhofsmodulen eingebaut werden. Um bei der Planung des Arrangements möglichst flexibel zu sein ist es sinnvoll, wenn eine größere Anzahl von Steckenmodulen (Geraden, Bögen) mit genormten Signalschächten ausgerüstet ist. Wir verwenden die beim FREMO üblichen Wattenscheider-Signalschächte [1], wegen der geringeren Modulkastenhöhe der Kleinbahnmodule wird der Schacht nur 72 mm lang gebaut.

DB-Lichtsignale als Einfahrsignal für den Anschluss- oder Schattenbahnhof in den Wattenscheider Schacht eingesteckt nur halb eingeschoben und so präsentiert sich der Schacht wenn er unbenutzt mit einem begrünten Füllstück verschlossen ist

Wattenscheider-Signalschacht slim

Einführung

Bislang war für die Herstellung des Wattenscheider-Schachts auf Basis eines U-Profils fast eine mechanische Werkstatt notwendig. Es mussten Füllstücke eingepasst, 8 Bohrungen eingebracht, 9 Gewinde geschnitten und Senkungen eingebracht werden. Dank Christian Kettner und seinem rührigen Metallhändler in Dresden ist es mit einem neuen 35x35x2 mm 4-Kantrohr nun viel einfacher Signalschächte herzustellen und von Grischan stammt auch die genial einfache Idee der Klemmung mittels 9 mm-Multiplex. Um den "neuen" Wattenscheider-Schacht einfacher unterscheiden zu können wurde er "Wattenscheider slim" getauft. Selbstverständlich hat sich am Querschnitt der Öffnung für den Signalträger nichts geändert - es werden weiterhin Signalträger aus 2cmx3cm-U-Profil verwendet, das System Wattenscheider slim ist also mechanisch kompatibel zum Wattenscheider classic. Die beiden folgenden Abbildungen zeigen ihn in natura und gezeichnet:

Der neue Wattenscheider slim Der neue Wattenscheider slim

Die Abbildung zeigt eine M5-Flügelschraube, geplant ist auf M4-Rändelschraube umzustellen. Somit ergeben sich mehr Gewindegänge im Alu und die Klemmkraft ist immer noch reichlich überdimensioniert, das Signal wird nicht herausfallen...

Fertige Wattenscheider Signalschächte und auch Signalträger können bei http://h0fine.de/ bezogen werden.

Einbauposition

Auf Grund seiner Abmessungen ist es möglich, ihn auch nachträglich noch einzubauen; die folgende Zeichnung zeigt die genaue Einbauposition:

Maßzeichnung für den Einbau des  Wattenscheider slim in ein Kleinbahnmodul

Zeichnungen und Pläne finden sich auch im Downloadbereich, dort meist auch als PDF.

Einbauanleitung

Einbau eines Wattenscheider slim

Dieser Abschnitt zeigt den nachträglichen Einbau eines Signalschachtes "Wattenscheider slim" bei schon verlegtem Gleis. Die ersten beiden Bilder zeigen den Signalschacht umgekehrt auf der Oberfläche aufgestellt. Der schmale Teil des Schachtes liegt deutlich außerhalb des Gleises, ja sogar außerhalb des noch fehlenden Schotterbettes; erst unter der Grundplatte wird der Schacht breiter - und genau das erlaubt ja den nachträglichen Einbau.


Einbau eines Wattenscheider slim

Sobald die Position gemäß den genannten Maßangaben festgelegt ist kann die erforderliche Öffnung gesägt werden; zunächst wird angezeichnet, dann in jeder Ecke eine Bohrung angebracht, die groß genug ist für das Blatt der Stichsäge, mit der dann der Ausschnitt ausgesägt wird.


Einbau eines Wattenscheider slim

Nun wird der Signalschacht in die Öffnung gesteckt. Das Geländeniveau liegt etwas über dem Niveau der Grundplatte, zudem wird es zum Rand des Modules weiter ansteigen; daher wird der Signalschacht nicht bündig mit der Grundplatte positioniert, sondern ein paar Millimeter höher. In den Signalschacht ist ein Signalträgerprofil eingesteckt, dieses erleichtert die genau lotrechte Ausrichtung des Signalschachtes sehr, denn durch ungenaue Montage des Schachtes später schräg stehende Signale sehen sehr unschön aus.


Einbau eines Wattenscheider slim

Die Befestigung des Signalschachtes in der ausgesägten Öffnung erfolgt mit Zweikomponenten-Epoxydharz-Kleber. Zuerst wird von der Oberseite Klebstoff in die Fugen appliziert, der Schacht exakt lotrecht ausgerichtet und der Kleber einigermaßen hart werden lassen.


Einbau eines Wattenscheider slim

Im letzten Schritt dreht man das Modul um und bringt von der Unterseite ebenfalls Kleber in die Fugen ein, damit hält dann der Schacht nach dem Aushärten wirklich bombenfest.


Vergleich alt - neu

Zur Verdeutlichung der Unterschiede hier der altbekannte bisherige Wattenscheider neben dem neuen Wattenscheider slim:

Der neue Wattenscheider slim im Vergleich zum konventionellen Wattenscheider mit geringer Ausfräsung oben. Der neue Wattenscheider slim im Vergleich zum konventionen Wattenscheider mit geringer Ausfräsung oben. Der neue Wattenscheider slim im Vergleich zum konventionen Wattenscheider mit geringer Ausfräsung oben.

Bereits an dem rechts stehenden Ur-Wattenscheider-Schacht kann man erkennen, daß dieser oben schmaler gefräßt wurde. Diese Ausklinkung hat den Vorteil, dass das Loch für den Schacht bei H0 nicht unter den Schwellen sondern außerhalb des Gleises liegt, beim bearbeiteten Wattenscheider slim sogar außerhalb des Schotterbetts! Der Abschluss in Richtung Gleis wird durch ein 3 mm-Sperrholz hergestellt, da dieses kaum Kräfte aufnehmen muss und später in die Landschaftsgestaltung integriert wird. Daher ist es kein Problem einen Wattenscheider slim auch nachträglich in Module einzubauen, wo das Gleis schon verlegt und eingeschottert ist.

Butzbacher-Schacht